Samstag, 11. Juli 2009

I'll reach out my hand to You

Wie schwer es ist für Kinder, die schon 10 sind oder mehr, wenn sie dann erst in die Schule kommen, und dort mitzuhalten - das Erlebte meiner Straßenkinder hat es mich selbst erfahren lassen. Ein Traum lässt mich drum nicht ruhen: Kinder retten, bevor sie auf die Straße fallen.

Wie bei Bruk, damals war er 8 Jahre. Er wächst bei Mutter und Vater auf. Der Vater betreibt ein kleines Handwerk, fertigt kleine Möbelstücke an, die er am Rand der Comoros-Avenue im Stadtteil Yeka ausstellt. Doch es läuft nicht so gut, er verdient zu wenig für den Unterhalt der Familie, deshalb geht die Mutter als Hausmaid außer Land, sie schickt hin und wieder etwas Geld, aber zuletzt kommt keine Meldung mehr von ihr. Sie kommt auch nicht nach Hause zurück . . . Bruks Vater wird krank. Eine Augeninfektion macht ihm zu schaffen, und er muss seine Arbeit reduzieren. Doch es scheint Glück im Unglück zu geben: die Familie seines Bruders nimmt die Beiden, Bruk und seinen Vater, bei sich auf. Dort können sie bleiben, wenn . .


Ja, wenn es finanzielle Hilfe gibt; für Bruk, damit er weiter in die Schule gehen kann, für sein tägliches Essenspaket, für die Schulkleidung, und einen kleinen Zuschuss für die Versorgung der Familie - damit sie zusammenhält.


Bridge for Children ist initiativ geworden, dort unter die Arme zu greifen, sich an einem Platz einzusetzen, wo Hilfe für kleine Kinder aus zerbrechlichen oder schon kurz vor dem Absturz stehenden Familien geschieht. Den Kindern eine Schulausbildung zu geben, noch bestehende Bindungen zu Mutter oder Vater zu erhalten; des Kindes wegen. Und es geht dort mit großen Schritten voran.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Der Weg eines Projekts

Smart schau'n sie aus, meine Jungs, denke ich mir, wie ich sie aus der Distanz beobachte. Abraham und Berhanu. Mit Fußballshirt und blank gewienerten Sportschuhen. Haben mich zum klapprigen Toyota-Minibus gebracht die Zwei, schwingen sich aber schließlich selbst lässig auf die Beifahrer-Sitzbank. Schola! Und sie ziehen 3 Birr Fahrgeld aus der Tasche; zahlen für mich mit.
Welche Entwicklung in diesen 4 Jahren! Wir waren heute 2 Stunden beisammen im Projekthaus, um Englisch-Konversation zu treiben. Eine Empfehlung des Lehrers, weil er zu wenig Zeit für die Kinder hat. (In den Klassen der Government-School sind mitunter 80 Kinder oder mehr!)
Wir sprachen über alte Zeiten. Als meine 7 Jungen als Kinder nach dem Verlust der Eltern auf der Straße lebten. Ihre Ängste, das Frieren in den Nächten, der Hunger, allein und ohne Chance . . . Und welch ein Weg! Als wir anfingen mit einem Garten, dann das Verkaufen von Taschentüchern und Kaugummis (ein Versuch!), dann das Finden eines Hauses und die Erlaubnis, in die Schule zu gehen, spät - aber doch noch gelungen! Und für mich als Initiator des Projekts unabdingbar, und mit dem Ziel eines Abschlusses verknüpft. Damit die Kinder echt was haben, für später, für einen Beruf, eine Anstellung . . .
So seh' ich sie in Gedanken noch vor mir, wie sie waren, als Buben mit 10 und 11, während die Sonne untergeht und es langsam dunkler wird. Die Jungs ein wenig nachdenklich. Wir nähern uns Schola, wo ich aussteige . . .

Sonntag, 17. Mai 2009

Wieder daheim

3 Monate Äthiopien liegen hinter mir: Einsätze für Kinder, für Familien in Not, Kinderhaus und Schule. Vieles konnte fortgesetzt und erreicht werden. So manches brauchte Aufschub, ist damit aber nicht aufgehoben.
Keinen Aufschub wird es für meine Nachrichten geben. Indem ich von einzelnen Kindern erzähle, selbst Erlebtes schildere oder Gegebenheiten beschreibe versuche ich einerseits meiner Projektarbeit ein Gesicht zu verleihen, andererseits aber auch das Bewußtsein für die Kinder in Äthiopien wach zu erhalten.
Dankbar bin ich für Kommentare und Anregungen.

Freitag, 23. Januar 2009

. . . ein Licht anzuzünden

Noch zwei Tage bis zum Abflug nach Addis Abeba. Letzter Papierkram, Packen, Abschied . . .
Neue Herausforderungen warten. Vier Kinder in notleidenden Familien brauchen rettende Hände, sonst bleibt ihnen nur noch die Straße . . . Ein Hilferuf an Bridge for Children. Es sind zwei Mädchen und zwei Jungs, 6 und 7 Jahre. Die Schulausbildung regeln, ein Nahrungsmittel-Zuschuss, Kleidung . . .
Dort wo die Kinder tagsüber sind sollen die Räume gestaltet werden: Tische und Stühle, 2 Schränke. Und Spielgerät. Die Küche wartet auf Erneuerung.

Bei meinen "5.grade-Schülern" ist wieder Zeit für Gespräche mit Schulleitern und Lehrern. Orts- und Richtungsbestimmung.
Mit einem Garten fing es einst an

Sonntag, 26. Oktober 2008

Gesichter 2009


Einen Wandkalender mit schönen Fotos aus Äthiopien stelle ich hiermit vor. DIN A 4, selbst eingeklebte Bilder. Er ist zum Preis von 15 Euro zu haben. Der Reinerlös fließt in mein Straßenkinderprojekt Bridge for Children. Anfragen bitte unter arbaminch@hotmail.de.

Helfen macht Freude

Unter diesem Motto präsentierte die Städtische Musikschule Mühldorf am Inn am 27.09.2008 im Neuen Stadtsaal Mühldorf zugunsten meines Kinderprojekts in Äthiopien Bridge for Children
Salonmusik Saitensprünge
Gospelchor der Städtischen Musikschule Ltg. Armin Stockerer
Moderation: Christine Enghofer
Der Eintritt war frei. Für die zahlreichen Spenden sage ich herzlichen Dank! Ebenso danke ich allen, die durch ihr Mitwirken zum Erfolg des Konzerts beigetragen haben.







Freitag, 15. August 2008

Auf Kurs

Studies

Berhanu erzählt in seinem Report, dass es in der Schule jetzt noch einmal richtig zur Sache geht. Denn für "eine Stufe weiter" müssen sie durch eine Prüfung.
Berhanu: "Now I'm in grade 4, will pass final examinations for grade 5.
So I study my lessons."
Ferien? - Noch nicht so recht dran zu denken . . .






Land of contrasts
Addis liegt auf 2.400 m Höhe, hat zu dieser Jahreszeit nachts kalte 7 - 8 Grad. Hell wird es ab 6 Uhr, die Luft wird langsam von der aufgehenden Sonne erwärmt. Die Tage sind eher kühl. Gegen Mittag stauen sich Wolken an den Bergen von Addis auf. In Äthiopien ist Regenzeit.



Für eine Zukunft
Die Stadt steht immer noch im Milleniumsfieber *) . Feiern, Ansprachen, die Aufbruchstimmung vermitteln wollen, Bau von Straßen, das allgemeine Erscheinungsbild verbessern. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass Addis Abeba nach wie vor eine leidlich arme Stadt geblieben ist. Geschätzt 70 % der Stadtbevölkerung lebt in der Not, und viele sehen für sich keinen Ausweg.


Doch wenn man das tägliche Bild von Kindern sieht, die auf dem Weg zur Schule sind, so gibt das Hoffnung.








*) Die Zeitrechnung gemäß dem Julianischen Kalender begann 7 Jahre und 113 Tage nach unserem, dem Gregorianischen Kalender